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Es werden Posts vom Januar, 2015 angezeigt.

Mein Arbeitgeber-Baby

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Ich gebe zu, dass ich es während meiner Elternzeit etwas seltsam fand, wenn Muttis ihren Unmut darüber kuntaten, dass die Krippe oder der Kindergarten mal zu hatte und ihre Kinder dann den ganzen Tag zu Hause waren. Das hatte für mich so etwas von "Hilfe, ich muss Zeit mit meinem Kind verbringen!" Ich Naivling. Jetzt, da ich wieder arbeite, sehe ich die Dinge klarer.
In den drei Tagen, an denen ich voll arbeite und danach direkt Piepsi von der Krippe abhole, komme ich zu: gar nichts. Alles konzentriert sich also auf meine zwei freien Tage in der Woche. Meine Liste an Dingen, die ich tun sollte (Sport!), die ich unbedingt tun sollte (Haushalt!) und die ich tun will (schlafen!) wird immer länger. Wem ich sage, dass ich zwei freie Tage die Woche habe, der reagiert meistens mit einem "Cool, dann hast du ja richtig viel Zeit für dich!"
Nee. Habe ich nicht. Dafür habe ich ein äußerst arbeitgeberfreundliches Kleinkind, das es bislang immer geschafft hat, pünktlich zu mei…

Ein Jahr nach dem großen Gebrüll: Was aus meinem Schreibaby wurde

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Heute vor einem Jahr waren wir an einem Tiefpunkt. Piepsi war etwa sechs Wochen alt, und wenn sie nicht gerade schlief oder gestillt wurde, dann schrie sie. Ich wusste zwar, dass die Zeit des großen Gebrülls irgendwann enden würde, schließlich kenne ich kein fünfjähriges Kind, das jeden Tag stundenlang schreit, aber ich fragte mich, wie wohl meine Tochter später einmal sein würde. Ich fragte mich, was für einen Charakter, was für ein Gemüt dieses Kind, das offenbar so unglücklich auf dieser Welt war, haben würde. An diesem Tag hatte ich in einem Kinderkrankheits-Lexikon gelesen, dass Schreibabys später oft an ADHS leiden und aggressiv sind. Freund Google teilte mir zudem mit, dass es oft für Dreimonatskoliken-Kinder später schwierig wird, sich in einer Krippe zurechtzufinden und zu integrieren. Nun hatten wir an diesem Tag einen Termin bei einem Kinderneurologen, um sicher zu gehen, dass Piepsi nicht womöglich unter Anfällen oder Krämpfen leidet. Und um meine größte Sorge endgültig a…

Vollzeit-Mutti: Ich nerve

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Ich bin erst seit wenigen Tagen zurück im Beruf und stelle fest: Ein "So will ich niemals werden" ist einem "Hilfe, ich bin längst so geworden" gewichen. Ich bin das wandelnde Mutti-Klischee und kann auch im Büro nicht von meinem Leben als Vollzeit-Mutti lassen. Woran ich das festmache?

Ich erzähle (unaufgefordert) jedem Kollegen alles Mögliche über Piepsi. Ob er es hören will oder nicht. Dabei erinnere ich mich noch durchaus an die Zeit, in der mich zwar das Leben meiner Bekannten sehr, das ihrer Kinder jedoch absolut rein gar nicht interessiert hat. Ich sollte mir eine Strichliste anlegen. Nur dreimal am Tag Kollegen von Piepsi erzählen - und dann auch bitte nur Kollegen, die ebenfalls bereits geworfen haben und mit Pipi-Kacka-Zahn-Geschichten etwas anfangen können.Ich zeige (unaufgefordert) allen möglichen Leuten Fotos von Piepsi. Ist das nicht entsetzlich? Wieso tue ich das nur?? Was erwarte ich denn bitte? Ein "Himmel, das ist ja das niedlichste Baby der …

Die Heimlich-Esser

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Seit Piepsi die Welt entdeckt und alles ausprobieren und sich in den Mund stecken möchte, haben wir am Esstisch ein Problem. Ja, ich achte darauf, dass meine Tochter gesunde Mahlzeiten zu sich nimmt. Bei mir sieht das allerdings anders aus. Bislang war das kein Problem, Piepsi schmeckte der Brei und konnte sich über ein Butterbrot ganz wunderbar freuen. Doch irgendwann kam die Kleine auf den Trichter, dass das, was da auf ihrem Teller liegt, nicht das Gleiche ist wie das auf meinem Teller - und dass mein Essen womöglich interessanter sein könnte. Seither wird mit ausgestrecktem Fingerchen auf mein Futter gezeigt. Zunächst mit einem kleinen Fiepen, schließlich mit etwas fordernderen  Tönen.
Die Sache ist ja so: Es gibt da Dinge, die Piepsi nicht essen kann, da sie es nicht verträgt oder sich verschlucken könnte (Sonnenblumkerne, Chili con carne, Rotwein...). Und es gibt Dinge, die sie einfach nicht essen sollte (Nutellabrote...). Da ich meiner 12 Monate alten Tochter aber nun mal nich…

Ausgebloggt?

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Am Montag ist es soweit: Ich gehe wieder arbeiten. Ich muss sagen: Ja, ich bin nervös. Denn ich werde in einer anderen Abteilung anfangen. Neue Kollegen, neue Aufgaben, neue Programme, alles neu. Ja, ich habe Angst - aber ich freu mich auch darauf! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass erst dann, wenn ich wieder arbeite, das Familienleben so RICHTIG beginnt. Also ich meine damit den kompletten Wahnsinn. Während meiner Elternzeit konnte ich alle Bälle auffangen. Arzttermine, krankes Baby betreuen, alle erdenklichen Botengänge - all das war machbar. Aber ab Montag geht es so richtig rund. Und mein Blog? Der wird darunter leiden.
Ich habe immer gesagt: Baby geht vor Blog. Hinzu kommt, dass ich mir nicht sicher bin, wie lange ich noch über meine Tochter schreiben kann, ohne das Gefühl zu haben, zu viel von ihr preiszugeben. Ich habe nicht vor, irgendwann einmal über Piepsis ersten Liebeskummer zu schreiben. Die Sache ist doch die: Im ersten Babyjahr haben doch alle Eltern ähnliche Sorgen u…