Peinlichkeiten, die eine Mutter ertragen muss

Letztens war ich mit einem kinderlosen Paar abends zum Essen verabredet, und wir sprachen so über dieses und jenes und natürlich auch über Piepsi. Ich sagte so das Übliche, nämlich wie großartig meine kleine Tochter ist - und wie anstrengend. Und fragt mich nicht, in welchem Zusammenhang ich es tat, jedenfalls erwähnte ich auch, dass es mich manchmal wirklich nervt, dass meine kleine Tochter mich sogar aufs Klo begleitet. Woraufhin der männliche Paar-Part den Kopf schüttelte und sagte: "Nein, also da hört es doch echt auf." Und zu seiner Partnerin: "Wenn es mal bei uns soweit ist, dann kann ich dir jetzt schon sagen, dass ich garantiert nicht mein Kind mit auf die Toilette nehme."
Alle Muttis und Vatis unter uns werden an dieser Stelle milde lächeln und sich an die Zeit VOR dem Kind erinnern. Damals, als man sich so ausmalte, was man später einmal ganz bestimmt nicht und ganz bestimmt anders machen wollte. Ich zuckte schließlich mit den Schultern und meinte: "Ganz ehrlich. Da gibt es echt Schlimmeres, was ich so mache oder gemacht habe."
Okay, anbei die fünf dämlichsten und nervigsten Sachen, die ich seit der Existenz meiner kleinen Tochter so getrieben habe oder noch treibe:

5. Grenzwertig Auto fahren: Als meine kleine Tochter frisch auf der Welt und noch sehr schreiig war, habe ich die Kunst des einhändig Autofahrens perfektioniert. Und das ohne Automatik! Denn mit einer Hand musste ich immer ein kleines Kontrollhändchen festhalten, das mir aus dem Maxi Cosi entgegengestreckt wurde.
4. Grenzwertig schlafen: Es soll ja Eltern geben, die Nacht für Nacht in ihrem Bett schlafen, während das Kind einen Raum weiter im eigenen Bett schläft. Bei uns ist das derzeit so, dass mein Mann oder ich auf einer Matratze neben Piepsi schlafen. Sobald sie wach wird und nicht mehr alleine in den Schlaf findet (über das Thema "durchschlafen" wollen wir an dieser Stelle nicht reden), halten wir durch die Gitterstäbe des Bettes Händchen. Nach einer gewissen Zeit schläft sie so wieder ein. Das klingt womöglich etwas erniedrigend, ist aber derzeit einfach für alle Beteiligten am unstressigsten. Ich habe keine Lust, dreimal pro Nacht ins Nachbarzimmer zu flitzen und auf einem Stuhl zu dösen.
3. Grenzwertige Brüste: Fiel gerade das Wort erniedrigend? Nun, das mag ja alles Geschmackssache sein. Aber ich persönlich habe kaum etwas so erniedrigend gefunden wie eine Milchpumpe. Wenn ich nur an das Geräusch denke, bekomme ich schon wieder eine Gänsehaut.
2. Grenzwertig essen: Am Anfang wohnte mein Baby ja auf mir, so dass es mir nicht möglich war, mit zwei Händen (geschweige denn Messer und Gabel) zu essen. Dies führte zu einem Revival des Schnittchen-Tellers. Mein Mann fütterte mich und wir erhielten so einen kleinen Ausblick aufs Alter. Später durfte ich dann zwar wieder mit beiden Händen, dafür aber auch mit einer unfassbaren Sauerei essen. Denn das Essen meiner kleinen Tochter landete in ihrem Bauch und auf ihrem Bauch. Und auf meinem Bauch. Und auf dem Tisch. Und unter dem Tisch.
1. Grenzwertige Musik: Früher liefen zu Hause Belle & Sebastian und Pink Floyd, heute Rolf Zuckowski und Fredrik Vahle. Statt Dark Side of the Moon höre ich heute Nackidei und Anne Kaffeekanne. Mein Gehirn ist inzwischen so weich, dass es mich nicht einmal mehr besonders stört und ich manchmal sogar mitsinge. Nur falls Tabaluga hier eines Tages einziehen sollte, werde ich ganz bestimmt ausziehen.

So. War noch was? Ach ja, meine kleine Tochter will mir auf dem Klo immer zusehen. Ja und? Irgendwie muss sie es doch lernen. Der Duft, den so ein Windelmülleimer verströmt, wird es nämlich auch ganz sicher nicht unter die Top 5 der schönsten Muttimomente schaffen.

Kommentare

  1. Klasse, dass kenne ich auch alles. Ich weiß noch gut vor meinen Kindern, dass ich NIE mein Baby in mein Bett lasse oder NIE Schokolade geben werde und da gibt es noch so einiges, was doch schneller als gedacht über Bord geworfen wurde :p So ist das eben, wenn noch keine eigenen Kinder hat

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    1. Absolut. Ich wollte auch nie, dass unser Wohnzimmer zum zweiten Kinderzimmer mutiert...

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  2. Sehr schön zusammengefasst! Ich habe bei jedem Punkt zustimmend genickt!
    Ich habe deinen Blog heute neu entdeckt, mag deinen Stil und das Design total. Ich komm jetzt öfter! Liebe Grüße, Vivi von hexhex

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  3. Toller Beitrag, witzig geschrieben! Habe Deinen Blog durch Zufall gefunden; ich fand den Namen so kreativ! Bin neu am bloggen und wuerde mich ueber einen Gegenbesuch freuen: mammamiamitzweimaeusen.wordpress.com. Viele Gruesse

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